Sonntag , 16. Juni 2019
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Pflaster Digitalisierung? Wege aus dem Fachkräftemangel in der Pflege

Die Zahlen sprechen für sich: Bis 2030 steigt bedingt durch den demografischen Wandel der Bedarf an Pflegeplätzen von derzeit 2,6 auf über 3,4 Millionen. Es wären 620.000 weitere qualifizierte Mitarbeiter nötig, um das aktuelle Niveau zu halten. Besonders in der Pflegebranche führt solch ein Fachkräftemangel möglicherweise zu Lücken in der Betreuung und der Sicherstellung eines würdevollen Lebens im Alter. Den Grundstein für eine solide, menschenwürdige Pflege legt in erster Linie motiviertes und qualifiziertes Personal. „Der Zuwachs an Bürokratie wird wohl auch in den nächsten Jahren weitergehen – zielgerichtetes Handeln zur Erfüllung der Auflagen mit geringstem Aufwand lautet das Gebot der Stunde. Deshalb sollten Einrichtungen auf digitale Mittel zurückgreifen, um die Prozesse zu optimieren: Eine höhere Vernetzung verbessert die Kommunikation und verhindert doppelte Arbeit. Nur dann bleibt die Zeit der Mitarbeiter dort, wo sie hingehört, in der Pflege selbst“, so Karsten Glied, Geschäftsführer der Techniklotsen GmbH.

Quelle: Techniklotsen GmbH

Digitales Motivationsplus

Neben der Altersstruktur verändert sich die sozial-demografische Zusammensetzung der Gesellschaft: Das sogenannte informelle Pflegepotenzial, also die Bereitschaft beziehungsweise die Möglichkeit, Angehörige zu pflegen, sinkt. Alle Möglichkeiten der Mitarbeitergewinnung sollten deshalb unter Berücksichtigung der voranschreitenden Digitalisierung schon heute von Pflegeeinrichtungen ausgeschöpft werden. Den Kern bildet dabei die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, damit sich Fachkräfte langfristig für einen Beruf in der Pflege entscheiden. Vereinfachte Prozesse sowie unterstützende Pflege- und Warnsysteme entlasten die Mitarbeiter physisch und psychisch. Eine digitale Dienstplanung sorgt für ein transparentes Dienstmodell, verlässliche Schichten und gleichmäßige Belastung.

Mehr Hände ans Bett

Erste Projekte stoßen auch Bund und Länder an: Förderprogramme zur Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum unterstützen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Pflegeeinrichtungen finanziell. Außerdem vereinfacht das vom Bund eingeführte Strukturmodell zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation seit 2015 die Dokumentationspflicht und soll den Trend der Bürokratisierung mindern. „Digitalisierung ist kein Feind der Pflege – sie soll keine Arbeitskräfte ersetzen, sondern die Fähigkeiten der Mitarbeiter erweitern. Einrichtungen sollten sich für die Zukunft rüsten und schon jetzt auf digitale Hilfsmittel zurückgreifen, um ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen und den Mitarbeitern Frust durch zunehmende Bürokratie zu ersparen. Die Hände gehören ans Bett und nicht an den Schreibtisch“, fordert Glied.

Geschützt und unterstützt

Schon heute fängt die Digitalisierung Teile des Ressourcen- und Personalmangels in der Pflege auf: In der Nachtbesetzung etwa geben Lichtrufanlagen mit Aufschaltung der Telefone eine Übersicht über mehrere Flure. Deren Eskalationsfunktion ruft im Notfall eine zweite Fachkraft hinzu, wodurch Patienten doppelt abgesichert sind. „Eine schnelle, sichere Patientenversorgung steht in der Pflege grundsätzlich an erster Stelle. Die Sensorik in der Sturz- oder Nässemeldung leistet da beispielsweise einen wichtigen Beitrag“, so der Techniklotsen-Geschäftsführer. Ebenso unterstützen Kamerasysteme, Türsteuerungen und Wegläuferschutz den Empfangsbereich. Altersgerechte Assistenzsysteme (AAL-Systeme) für ein selbstbestimmtes Leben verleihen Demenz-WGs ambulanten Betreuungscharakter: Das System ist auf den Menschen ausgerichtet und dämmt, beispielsweise durch die intelligente Abschaltung elektrischer Geräte, Gefahrenquellen ein. Dadurch fällt es Mitarbeitern leichter, die Pflege in den Mittelpunkt zu stellen, im Beruf motiviert zu bleiben und ihre Tätigkeit langfristig, professionell und effizient zu verrichten. „Ein Ende der Einsatzmöglichkeiten digitaler Hilfsmittel in der Gesundheits- und Sozialbranche ist nicht in Sicht. Vielmehr tragen sie ihren Teil dazu bei, das bestehende Fachkräftepotenzial jetzt und in Zukunft vollends auszuschöpfen und damit einem Mangel an Fachkräften in der Pflege entgegenzutreten“, konstatiert Glied.

Quelle: Borgmeier Public Relations

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