Donnerstag , 1. Dezember 2022
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Parodontitis – wenn gesunde Zähne ausfallen

Parodontose ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Denn durch die bakterielle Entzündung des Gewebes, welches den Zahn umgibt, entstehen freiliegende Zahnhälse. Falls Sie erste Symptome einer Parodontitis entdecken, ist der Gang zum Zahnarzt unerlässlich.

Parodontose – Definition und Symptome

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Foto: alla72 stock.adobe.com

Im medizinischen Fachjargon wird der Begriff Parodontitis für die bakterielle Entzündung des Zahnbettes verwendet. Umgangssprachlich wird diese Erkrankung gerne auch als Parodontose bezeichnet. Ausgelöst wird Parodontitis durch Bakterien, die neben dem Zahnfleisch auch das Zahnfach, das Zahnzement und die Wurzelhaut angreifen. Experten schätzen, dass rund 80 Prozent aller Menschen über 35 Jahre an einer Form der Zahnbetterkrankung leiden.

Die Symptome einer Parodontose sind vielfältig. Häufig erkennen Sie diese Erkrankung an Zahnfleischbluten sowie Rötungen und Schwellungen. Zudem entstehen Zahnfleischtaschen, in denen Bakterien ausreichend Platz zum Vermehren haben. Häufig entwickelt sich auch ein anhaltender Mundgeruch. Spätestens aber, wenn das Zahnfleisch zurückgeht, sollten Sie den Gang zum Zahnarzt Berlin anstreben. Denn liegen erst einmal die Zahnhälse frei, steigt auch die Schmerzempfindlichkeit.

Die Folgen einer Parodontitis sind optisch länger wirkende Zähne und der Abbau des Kieferknochens. Die Zähne sitzen zunehmend locker und können ausfallen. Um einer Parodontitis vorzubeugen, sollten Sie einfache Zahnfleischentzündungen stets ernst nehmen. Denn Parodontose entwickelt sich stets durch bakterielle Zahnbeläge, welche das Zahnfleisch reizen. Die Reaktionen sind zuerst einfache Entzündungen, die Sie mit der richtigen Zahnpflege wieder in den Griff bekommen können. Der Prozess einer bereits bestehenden Parodontitis ist jedoch nicht umkehrbar. Parodontose erfordert deshalb eine dauerhafte Behandlung.

Die Behandlung beim Zahnarzt

Um eine fortschreitende Parodontose aufzuhalten, entfernt der Zahnarzt zuerst die Ursachen der Erkrankung, die bakteriellen Zahnbeläge. Diese gründliche Reinigung von Zähnen und Zahnfleischtaschen trägt dazu bei, die Bakterienmenge zu reduzieren. Dadurch wird der ständige Reiz der Entzündung beseitigt. Grundsätzlich besteht eine Parodontose-Therapie aus drei Phasen:

1. Die Hygienephase

Zuerst informiert Sie der Zahnarzt über die Ursachen der Parodontitis und mit welchen Maßnahmen Sie die tägliche Mundhygiene gestalten können. Sie erfahren, wie eine korrekte Putztechnik aussieht, um die Zähne ordentlich zu reinigen. Ebenfalls wird Ihnen der Zahnarzt die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste empfehlen. Nach dem Aufklärungsgespräch folgt die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt, um sämtliche bakterielle Beläge vollständig zu entfernen.

2. Gezielte Parodontose-Behandlung

Im Zuge der Behandlung entfernt der Zahnarzt nicht nur die Zahnbeläge, sondern auch die Beläge unter in den Zahnfleischtaschen. Dieser Prozess wird für gewöhnlich unter lokaler Betäubung durchgeführt. Im Fachjargon wird er „subgingivale“ Reinigung genannt, was so viel wie „unter dem Zahnfleischsaum“ bedeutet. Ist die Parodontitis bereits fortgeschritten, können auch kleine chirurgische Eingriffe nötig sein. Damit wird eine gründliche Reinigung an besonders schwer zugänglichen Zahnfleischtaschen erreicht. Nach der gründlichen Reinigung von Zähnen und Zahnfleischtaschen ist eine antibakterielle Behandlung üblich, die mit desinfizierenden Präparaten durchgeführt wird. In manchen Fällen ist es auch möglich, dass der Zahnarzt eine Antibiotika-Behandlung verordnet. Im Fall eines bereits vermehrten Knochenabbaus gibt es zudem die Möglichkeit, mittels spezieller regenerativer Verfahren verloren gegangenes Gewebe wieder herzustellen.

3. Nachsorge und Erhaltung

Damit der Erfolg der Behandlung langfristig Bestand hat, ist Ihre aktive Mitarbeit gefragt. Achten Sie zu Hause auf eine optimale Mundhygiene und besuchen Sie regelmäßig Ihren Zahnarzt, damit dieser im Fall von erneuter Verschlimmerung rechtzeitig handeln kann. Da Parodontose nicht geheilt, sondern nur aufgehalten werden kann, sind diese Maßnahmen essenziell. Denn nur so kann eine weitere Zerstörung des Zahnhalteapparates aufgehalten werden.

Die Folgen einer nicht behandelten Parodontitis

Eine unbehandelte Parodontose-Erkrankung geht mit einem zunehmenden Gewebeabbau einher. Das Zahnfleisch bildet sich zurück und die bakterielle Entzündung erhält dadurch die Möglichkeit, auf den Kieferknochen überzugreifen. Dies führt dazu, dass sich die Zähne lockern und auch in gesundem Zustand ausfallen.

Das Gefährliche an dieser Erkrankung ist, dass Sie als Betroffener meistens keine Schmerzen haben. Das führt dazu, dass sich Parodontose über Jahre hinweg entwickeln und fortschreiten kann. Ein gesundes Zahnfleisch erkennen Sie an einer blassrosa Färbung und dass es eng am Zahnhals liegt. Zudem blutet gesundes Zahnfleisch nicht.

Umso früher also eine Parodontitis erkannt wird, desto eher können Sie dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenwirken. Parodontitis ist übrigens die häufigste Ursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter.

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