Dienstag , 20. Oktober 2020
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Fügen in der Fertigungstechnik

In zahlreichen industriellen Fertigungsprozessen ist es notwendig, verschiedene Bauteile und Elemente permanent miteinander zu verbinden. Diese Verbindungen lassen sich auf unterschiedliche Arten schaffen. Kleben und Schrauben sind dabei sicherlich die gängigsten Varianten. Doch nicht immer lassen Produktform und Materialeigenschaften diese Verbindungsarten zu. Vor allem auch die Tatsache, dass in Produktionen immer mehr unterschiedliche Materialien zum Einsatz kommen, die miteinander fest und schlüssig verbunden werden sollen, stellt Industriebetriebe vor neue Herausforderungen. Eine Variante, eine feste und bleibende Verbindung zu schaffen, ist das Fügen. Dabei werden zwei Stoffe durch Umformung miteinander verbunden. Zumeist kommt dabei ein sogenannter Pin zum Einsatz, der in eine vorgefertigte Form gebracht wird. Durch das Fügen verändert der Pin seine Form und schafft damit eine solide Verbindung.

Fügen als gefragtes Verbindungsverfahren

Fügeverfahren wie das Kunststoff Nietverfahren mit Heißnieten sowie das Kleben gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Ursache für den steigenden Bedarf liegt in der wachsenden Vielfalt an unterschiedlichen Materialien, die in der Industrie miteinander verbunden werden. Das Fügen erweist sich dabei als ideales Verfahren, da es mit so gut wie allen Materialien gut zurechtkommt und feste Verbindungen schafft. Speziell beim Nieten von Kunststoff lässt sich der Vorteil nutzen, dass es sich beim Kunststoff um ein höchst formbares Material handelt. Dadurch passt sich der Pin, der beim Fügen eingefügt wird, perfekt an den umgebenden Stoff an. Darüber hinaus stellt das Fügen ein hervorragendes Verfahren dar, um Ressourcen zu schonen und die Kosten im Betrieb deutlich zu minimieren. Denn weitere Verbrauchsmaterialien wie Schrauben oder Muttern werden nicht benötigt. Zum Einsatz kommen Pins, die exakt dem jeweiligen Einsatzbereich entsprechen und damit hohe Passgenauigkeit versprechen, aber auch nur so viel Platz am Bauteil einnehmen, wie unbedingt nötig, um die gewünschte Festigkeit zu gewährleisten.

Die unterschiedlichen Fügeverfahren

2020-09-25-Fuegen
Bild von Peter H auf Pixabay.

Je nach Anforderungen des Einsatzbereichs kann aus unterschiedlichen Arten von Fügeverfahren gewählt werden.

BHS HOT AIR

Zwei wesentliche Arbeitsschritte bei Heißnieten sind das Aufheizen und im Anschluss das eigentliche Heißnieten. Um den Nietpin auf Temperatur zu bringen, wird ein wenig Zeit benötigt. Beim BHS HOT AIR Verfahren wird diese Zeit eingespart. Denn in diesem Fall kommen zwei verschiedene Module zum Einsatz, die parallel arbeiten. Während das eine Modul bereits heißnietet, bereitet das davor geschaltete Modul schon den nächsten Pin im Aufheizverfahren vor.

BHS HOT STAMP

Bei diesem Verfahren erfolgt eine exakte Temperaturmessung und Temperaturregelung. Auf diese Weise ist dieses Verfahren besonders für Temperatur empfindliche Oberflächen geeignet. Darüber hinaus wird hier mit einem speziellen Nietstempel genietet, der genau auf die jeweilige Nietgeometrie angepasst werden kann. Dadurch ist das Verfahren auch für druckempfindliche Stoffe sehr gut geeignet.

BHS HOT JET

Hierbei wird mit einer Düse-Hüle-Kombination gearbeitet, in dessen Mitte ein Nietstempel sitzt. Der Nietdom wird rundum erhitzt. So wird der thermische Stress auf niedrigem Niveau gehalten und auch die mechanischen Einflüsse bleiben gering. Auf diese Weise lässt sich eine maximale Stärke der Verbindung erzielen.

Fügeverfahren in der Industrie

Das klassische Nieten bringen die meisten Menschen vor allem mit dem Schiffbau oder dem Brückenbau in Verbindung. Doch auch in zahlreichen anderen Sektoren wird das Fügen in Form des Heißnietens hochgeschätzt. Vor allem in der Autoindustrie haben die Automotive-Zulieferer sowie Hersteller in den letzten Jahren erkannt, wie wichtig es ist, auch bei einzelnen Bauteilen auf optimale Raumnutzung und Gewichtseinsparung zu achten. Gleichzeitig lassen sich durch das Fügen auch Verbindungen schaffen, die ohne lose Teile auskommen, bei denen die Gefahr entsteht, irgendwann locker zu werden. Auch in der Sanitärtechnik, wo schlecht mit Schrauben oder anderen Verbindungsverfahren gearbeitet werden kann, empfiehlt sich das Heißnieten. Dank den effizienten Fügeverfahren erhalten Industriebetriebe somit eine hervorragende Möglichkeit, um Platz zu sparen, kaum sichtbare

Verbindungen zu schaffen und dabei gleichzeitig noch Ressourcen und damit Kosten zu sparen.

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