Montag , 26. September 2022
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Der letzte Monat mit Tankrabatt: Rückblick und Ausblick

Weltweite Sommerferien und nicht zuletzt dadurch eine starke Nachfrage nach Kraftstoffen und Rohöl, ein überlastetes Schienennetz in Deutschland, Niedrigwasserstände im Rhein, das bevorstehende Ende vom Tankrabatt: Für hiesige Autofahrer waren die Schlagzeilen im August alles andere als erfreulich. Denn beim Stopp an der Tankstelle spiegelten sich diese in steigenden Preisen ab der Monatsmitte wider. Im Monatsschnitt hingegen fiel die Bilanz verglichen mit dem Vormonat weniger drastisch aus, was an den günstigeren Preisen in den ersten beiden Augustwochen lag. So kostete der Liter Super E10 nach Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken im bundesweiten Monatsmittel 1,7340 Euro – und damit rund 6 Cent weniger als noch im Juli. Dieselfahrer zahlten pro Liter 1,9612 Euro. Das waren etwa 0,1 Cent mehr als im Vormonat.

„Im August hat eine Vielzahl von Gründen die Kraftstoffpreise in Deutschland ab der Monatsmitte befeuert. Einer davon war das Ende vom Tankrabatt. Denn damit wird sich der Benzinpreis ab dem heutigen 1. September um rund 35 Cent und der von Diesel um etwa 17 Cent pro Liter erhöhen. Aus unserer Sicht tritt die Preiserhöhung allerdings nicht stichtagsbezogen auf. Vielmehr haben wir bereits seit Mitte August eine Glättungstendenz beobachtet. Die Erhöhung wurde also künstlich vorweggenommen, um die Verbraucher an die steigenden Preise heranzuführen“, erläutert Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken.

Benzin-Diesel-Schere auch im August umgedreht

Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im August bei minus 0,2272 Euro pro Liter. Gegenüber dem Vormonat klaffte die Benzin-Diesel-Schere damit rund 6 Cent zuungunsten von Diesel auseinander. Dass Diesel teurer ist als Benzin, ist nach März, April, Juni und Juli im vergangenen August erst zum fünften Mal eingetreten.

Günstigste und teuerste Tanktage im letzten Monat mit Tankrabatt

Im Bundesschnitt zahlten Autofahrer für den Super E10 am wenigsten am Freitag, den 12. August. 1,7010 Euro kostete der Liter an diesem Tag. Der Liter Diesel war mit 1,8870 Euro am günstigsten am Mittwoch, den 10. August. Teuerster Tanktag für Super E10 und Diesel war Mittwoch, der 31. August – der Tag vor dem Ende des Tankrabatts. 1,7940 Euro kostete der Liter Super E10 an diesem Mittwoch, der Liter Diesel 2,0870 Euro.

Städteranking

Im Ranking der 20 größten Städte Deutschlands belegte Berlin zum zweiten Mal in Folge die Spitzenposition der günstigsten Super-E10-Tankstädte. 1,6567 Euro kostete der Liter hier im Monatsschnitt. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Hamburg mit 1,6857 Euro und Bochum mit 1,6887 Euro pro Liter. Am teuersten war Super E10 im August hingegen in München mit 1,8278 Euro, in Nürnberg mit 1,7675 Euro und in Dresden mit 1,7630 Euro pro Liter. Im teuren München zahlten Autofahrer damit für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 rund 438,67 Euro und damit etwa 41,06 Euro mehr als in Berlin.

Diesel war im letzten Tankrabatt-Monat besonders teuer im Süden des Landes. In München kostete der Liter im Schnitt 2,0592 Euro, in Nürnberg 2,0215 Euro und in Stuttgart 1,9976 Euro. Am günstigsten tankten Dieselfahrer hingegen im Norden. In Hamburg kostete der Liter rund 1,8770 Euro, in Berlin 1,8774 Euro und in Bielefeld 1,8951 Euro.

Ausblick – die nächsten Monate ohne Tankrabatt

„Das vergleichsweise niedrige Preisniveau im August war sozusagen die Ruhe vor dem Ende des Tankrabatts. Denn der Wegfall der Energiesteuersenkung plus die gestiegenen Großhandelspreise für Kraftstoffe, knappe Raffinerie-Kapazitäten und dazu noch die sich sicher weiterhin auswirkenden Schwierigkeiten in der Binnenschifffahrt aufgrund der niedrigen Wasserstände werden die Kraftstoffpreise im September deutlich nach oben treiben. Insbesondere beim Diesel wird der Anstieg stark ausfallen. Denn dieser wird auch als Ersatzprodukt in der Industrie verwendet, wo Gas durch das produktgleiche Heizöl substituiert wird. Darüber hinaus steigt die Nachfrage saisonal bedingt. Denn viele Haushalte füllen ihre Heizöltanks mit Blick auf den Winter auf. Zu guter Letzt sorgt auch der schwache Euro zum Dollar für zusätzlichen Preisdruck nach oben“, sagt Steffen Bock.

Das alles setze die regionalen Preismechanismen nach den Worten des Experten aber nicht außer Kraft. Hier gilt es, den optimalen Zeitpunkt zum Tanken zu erwischen, was üblicherweise in den späteren Abendstunden am besten gelingt. Bock rät Autofahrern daher, die Kraftstoffpreise entlang geplanter Fahrtrouten regelmäßig zu vergleichen oder wiederkehrend genutzte Tankstellen dauerhaft im Blick zu behalten. „Über Apps, das Navigationsgerät oder das Internet lassen sich die günstigsten Tankstellen der Umgebung ermitteln. […]“. Beachten sollten Autofahrer zudem, dass es seit langem mancherorts bis zu sechs Preisspitzen am Tag gibt – insbesondere an den Markentankstellen. Steffen Bock: „Teilweise kommt es an ein und derselben Tankstelle zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag. Beim Vergleich aller Tankstellen einer Stadt sind innerhalb von 24 Stunden auch schon mal bis zu 22 Cent drin.“ Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr sowie 20 und 22 Uhr. Allerdings sind Abweichungen von diesen Regeln immer möglich.

Quelle: Clever Tanken

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