Donnerstag , 15. April 2021
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Arbeitsplätze in der Produktion ergonomisch gestalten

Dass die Zahl der Menschen mit Rückenproblemen in Deutschland stetig zunimmt, hören und lesen wir immer wieder in den Medien. Während früher insbesondere schwere Arbeiten in der Landwirtschaft und dem Baugewerbe Ursache Nr. 1 waren, sind es heute mangelnde Bewegung und täglich stundenlanges Sitzen. Die meisten Büros bieten Ihren Angestellten mittlerweile ergonomisches Mobiliar, um Rückenbeschwerden, die zu Arbeitsausfällen und -unfähigkeit führen können, zu vermeiden. In der Produktion und Industrie hingegen wird die menschengerechte Gestaltung der Arbeitsstätte oft vernachlässigt.

Ergonomie ist mehr als verstellbares Mobiliar

Ergonomie sollte sich vom Arbeitsraum und die –mittel über die Umgebung sowie Abläufe bis auf das Arbeitsergebnis erstrecken. Denn sämtliche Faktoren stehen miteinander in Verbindung und beeinflussen sich gegenseitig. So können beispielsweise effiziente Ergebnisse im Beruf nur erzielt werden, wenn die vorgenannten Punkte sorgfältig aufeinander abgestimmt sind. Grundsätzlich sollte allen Mitarbeitern ein gesundheitserhaltender Arbeitsbereich zur Verfügung stehen. Er muss der jeweiligen Umgebung entsprechend gestaltet werden, um beste Lichtverhältnisse und ein möglichst gutes Raumklima zu gewährleisten. Ebenso gehört die Auswahl der Arbeitsmittel dazu. Sie sollten so beschaffen sein, dass alle Tätigkeiten reibungslos ausgeführt werden können. Erst durch die Verbindung sämtlicher Aspekte gelangt man zum ergonomischen Konzept.

2020-12-18-Produktion
Bild von Malachi Witt auf Pixabay.

Explizite Arbeitsplatzgestaltung für die Gesundheit der Mitarbeiter

Das Unternehmen SESA Systems zählt zu den führenden Herstellern von LEAN und ergonomischen Arbeitsumgebungen. Es entwickelt sowohl Werkstattmöbel als auch Anti-Ermüdungsmatten, Tische zum Sitzen und Stehen sowie verstellbare Arbeitsplätze mit perforiertem Boden. Der Fokus liegt auf der Vermeidung von Rückenproblemen, daneben wird auch an die Gesundheit der Augen gedacht. Mit einer guten Beleuchtung, über die einige Stationen mit integrierten einstellbaren Lampen verfügen, lässt sich viel Positives erreichen. Die Mitarbeiter ermüden nicht so leicht, zudem werden unnötige Handgriffe reduziert. Beides führt automatisch zu einer Produktionssteigerung.

Hinter den innovativen Entwicklungen steht die 5S-Methode, worunter man eine systematische Vorgehensweise zur Gestaltung der eigenen Arbeitsumgebung versteht. Zeitverlust durch einen unzureichend organisierten Tätigkeitsbereich soll entgegengetreten werden. Um das zu erreichen, muss zum Beispiel jedem Werkzeug ein bestimmter Standort zugewiesen werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein unordentliches Arbeitsumfeld nicht nur kontraproduktiv, sondern für den Nutzer auch demotivierend sein kann.

Bewegung in den Arbeitsablauf integrieren

Zeit einsparen lässt sich auch durch die Einrichtung kurzer Wege. Jedoch sollten Arbeitgeber daran denken, dass im gleichen Atemzug die Bewegung von Mitarbeitern zwischendurch verringert wird. Sie ist besonders wichtig für alle Menschen, die statische Arbeitsabläufe verrichten oder lange Zeit einseitiger Belastung ausgesetzt sind. Bestenfalls erfordert der Arbeitsplatz regelmäßig kleinere Bewegungen, darunter der Wechsel der Körperhaltung sowie der Gang durch den Raum. Denkbar ist, dass sich alle für die Tätigkeit erforderlichen Materialien in Griffweite befinden. Ist diese beendet, könnte der Weg zu einem Regal, Schrank oder ähnlichem zur Vorbereitung des nächsten Arbeitsschrittes eingeplant werden.

Individualität ist Trumpf

Wichtig ist, jeden Arbeitsplatz individuell ergonomisch zu gestalten. In einem Produktionsunternehmen sind in der Regel zahlreiche Mitarbeiter mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigt. Wer zum Beispiel für die Planung, Steuerung oder den Einkauf zuständig ist, sitzt meist an einem Schreibtisch. In der Produktion und der Logistik ist zwar generell mehr Bewegung angesagt, jedoch geht sie häufig mit einer einseitigen Belastung einher. Qualitätsmanager müssen oft überall sein, was zu positiver Abwechslung führt: Sie sitzen, stehen, laufen und beugen sich über Werkstücke. Wird Ergonomie in einem Betrieb angestrebt, sind deshalb ausnahmslos alle Arbeitsbereiche gesondert zu betrachten und jeweils speziell auszustatten.

Ergonomie: Plus für jedes Unternehmen

Für den Arbeitgeber bedeutet die Neugestaltung ergonomischer Arbeitsplätze zunächst eine Investition. Oftmals sind selbst die Mitarbeiter nicht davon begeistert, da mehr Bewegung mit einer erhöhten Anstrengung einhergehen kann. Sicher ist jedoch, dass die positiven Effekte die negativen überwiegen. Bereits vorliegende Rückenschmerzen verschwinden häufig und die Konzentration erhöht sich. Selbst, wenn längere Wege anstehen, sind Angestellte motivierter und arbeiten effizienter.

Unternehmer profitieren von der Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Belegschaft. Krankschreibungen verringern sich, im gleichen Atemzug erhöht sich die Leistungsfähigkeit. Eine kurzfristige Produktionssteigerung wird durch eine langfristige ersetzt, die deutlich effektiver ist und zu einer besseren Qualität der anzufertigenden Objekte führt. Ergonomie am Arbeitsplatz geht mit hoher Wirtschaftlichkeit einher und steigert die Wettbewerbsfähigkeit. Darüber hinaus verfügt sie über einen weiteren Vorteil: Wer neue Fachkräfte für den Produktionsbetrieb gewinnen sowie binden möchte, hat mit ergonomischer Gestaltung deutlich bessere Chancen auf Erfolg.

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