Freitag , 19. Juli 2019
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Im Ausland erfolgreich rekrutieren – 8 Praxistipps

Ob im In- oder Ausland gilt gleichermaßen: Qualifiziertes Personal zu finden, ist oft erfolgsentscheidend.

Gerade für kleine oder mittelständische Unternehmen ist die Versuchung groß, die Suche und Auswahl geeigneter Kandidaten „mit Bordmitteln“ zu stemmen oder sogar ganz darauf zu verzichten und stattdessen heimische Mitarbeiter zu entsenden. Dies kann zwar eine Möglichkeit sein, um zügig Fuß zu fassen oder Projektanfragen zu bedienen. Ebenso wichtig ist es aber, vor Ort Mitarbeiter zu rekrutieren, die lokale Markt- und Branchenkenntnisse haben und bestehende Netzwerkkontakte einbringen können. Die Anforderungen gehen deutlich über „gute Sprachkenntnisse“ hinaus. Worauf Unternehmen bei der Rekrutierung im Ausland achten sollten, hat die Betriebsansiedlungsgesellschaft ABA-Invest in Austria in folgender 8-Punkte-Checkliste zusammengestellt:

  1. Örtliche Gepflogenheiten kennen. Unternehmen sollten darauf achten, Gehaltsverhandlungen und Stellenausschreibungen den Bedingungen vor Ort anzupassen. In Deutschland ist es nicht unüblich, vom Monats-Bruttogehalt auszugehen. In anderen Ländern ist aus arbeits- oder steuerrechtlichen Gründen oft das Jahresgehalt aussagekräftiger. Dies gilt es zu berücksichtigen, um bspw. Stellenanzeigen erfolgreicher zu gestalten.
  2. Gesetzliche Erfordernisse prüfen. Es ist möglich, dass notwendige Eintragungen oder Genehmigungen im Zielland andere sind als am Heimatstandort, etwa ob ein Gewerbe einer Gewerbescheinpflicht unterliegt. Ebenso können neue Anforderungen an zwingend zu besetzende Positionen gelten. In Österreich ist es bspw. vorgeschrieben, einen „Gewerberechtlichen Geschäftsführer“ zu besetzen. Unternehmen sollten sich gut informieren, welche Funktionen und Rechte eine bestimmte Rolle mit sich bringt, um bei der Besetzung keine leichtfertigen Schnellschüsse zu machen und unwissend Entscheidungsbefugnisse aus der Hand zu geben.
  3. Nicht beim Recruiting sparen. Bei einer Expansion ins Ausland liegt es nahe, die Fremdkosten möglichst gering halten zu wollen. Aber: Wer sich keine fachkundige Hilfe holt, zahlt am Ende möglicherweise drauf – etwa, indem er einen wesentlichen Teil der unternehmerischen Energie hier investiert, die beim Aufbau des operativen Geschäfts dann fehlt. Fachkundige Personalberater können unterstützen und auch bei der Auswahl der richtigen Kanäle für Stellenausschreibungen beraten.
  4. Eigene Anforderungen genau kennen. Auch am Auslandsstandort ist es schwer, den idealen Allrounder unter den Bewerbern zu finden. Es gilt, zwischen Fähigkeiten zu unterscheiden, die für die vakante Stelle unerlässlich sind, und solchen, die noch entwickelt werden können. Unternehmen sollten sich eventuell Feedback eines bestehenden Mitarbeiters mit ähnlichem Aufgabenbereich einholen oder Business-Kontakte vor Ort aktivieren, um von den Erfahrungen anderer Unternehmer vor Ort zu profitieren.
  5. Arbeitsrechtliche Fragen klären. Für die Einstellung eines neuen Mitarbeiters ist es ebenso wichtig zu wissen, wie Unternehmen als Arbeitgeber auf Veränderungen der Auftragslage oder Geschäftsbedürfnisse reagieren können. Sie sollten daher vorher prüfen, welche Vorschriften das lokale Arbeitsrecht hinsichtlich Kündigungsschutz, Abfindung etc. macht.
  6. Gleichstellungs- und Anerkennungsverfahren kennen. Für den Entwurf eines passgenauen Stellenprofils, die Bewerberauswahl, Gehaltsverhandlung und adäquate Einstufung von Mitarbeitern im Unternehmen müssen Arbeitgeber den Ausbildungsgrad und die Fachkenntnisse der Kandidaten korrekt einschätzen können. Zumeist gibt es bereits standardisierte Verfahren, welche die „Übersetzung“ von Berufsausbildung, Zertifikaten, Schuldiplomen etc. erleichtern. Ortsansässige Beratungsagenturen und Personalvermittlungen können auch hier eine Hilfe sein.
  7. Die richtige Sprache sprechen. Während die Weltsprache Englisch sich in vielen Geschäftssituationen als ausreichend erweist, sollten Unternehmen für den dauerhaften Austausch mit Mitarbeitern und Behörden möglichst die Landessprache nutzen – je nach Markt ist das sogar unerlässlich. Im fremdsprachigen Ausland ist das intuitiv einleuchtend, aber auch in deutschsprachigen Zielländern gilt es, begriffliche Feinheiten zu beachten, die gerade in Fachkontexten wie dem Arbeitsrecht oder in der Amtssprache häufig sind.
  8. An Netzwerke anknüpfen. Für den geschäftlichen Erfolg im Ausland sind gute Netzwerke das A und O. Sie eröffnen den Zugang zu Business-Partnerschaften, geeigneten Dienstleistern und neuen Kundenstämmen. Auch hier ist es vorteilhaft, Mitarbeiter vor Ort zu rekrutieren, die bereits eigene Netzwerke und Kontakte in dein neues Auslandsbusiness mitbringen können.

Quelle: Hill+Knowlton Strategies GmbH

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