Erster Platz beim Award Patientendialog 2026 / DRF Luftrettung für Patientenorientierung ausgezeichnet
Filderstadt (ots) –
– BPiK e. V. würdigt die DRF Luftrettung für vorbildlichen Patientendialog
– Innovative Kommunikationshilfen und systematische Patientenbeteiligung verbessern die Notfallversorgung
– Dritte Auszeichnung innerhalb von drei Jahren für Qualität und Patientensicherheit
Die DRF Luftrettung ist mit dem ersten Platz beim Award Patientendialog 2026 ausgezeichnet worden. Die unabhängige Fachjury würdigte das Projekt „Kommunikation und Patientensicherheit in der Luftrettung“. Mit gezielt entwickelten Kommunikationshilfen stellt die gemeinnützige Organisation sicher, dass die Verständigung mit Patientinnen und Patienten auch während eines Rettungsflugs möglich bleibt. Ergänzend werden Erfahrungen und Rückmeldungen von Patienten und Angehörigen systematisch erfasst und ausgewertet. Die Auszeichnung wurde am 23. Oktober im Rahmen des BPiK-Symposiums in Haar bei München bekannt gegeben.
Der Award Patientendialog wird vom Bundesverband der Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK e. V.) und dem Bundesverband Beschwerdemanagement für Gesundheitseinrichtungen (BBfG e. V.) vergeben. Er zeichnet Einrichtungen und Organisationen aus, die den Dialog mit Patienten und Angehörigen fördern, deren Erfahrungen aufgreifen und sie aktiv in die Versorgung einbeziehen. Die Auszeichnung würdigt damit einen Ansatz, den die DRF Luftrettung auch in der präklinischen Notfallversorgung konsequent verfolgt.
Seit nunmehr zwei Jahren hat die DRF Luftrettung mit Carsten Dummann einen Patientenfürsprecher. Bereits seit 2025 ist sie als erste Luftrettungsorganisation Deutschlands institutionelles Mitglied im BPiK. Inzwischen wurde Carsten Dummann zudem einstimmig in den Vorstand des Bundesverbands gewählt. Der erste Platz beim Award Patientendialog unterstreicht die erfolgreiche Entwicklung dieses Engagements.
„Dieser Preis gehört unseren Crews, die sich auch unter Zeitdruck und in belastenden Situationen Zeit für eine menschliche und empathische Betreuung nehmen. Wir freuen uns sehr, dass unser Engagement für eine bessere Kommunikation mit Patienten und Angehörigen diese Anerkennung findet. Denn unser Anspruch ist es, Menschen so zu versorgen und zu betreuen, wie wir es uns für uns selbst und unsere Angehörigen wünschen.“ betont Carsten Dummann.
Patienten eine Stimme geben – auch in der Luftrettung
Zeitdruck, hohe emotionale Belastung und der Geräuschpegel im Hubschrauber erschweren den persönlichen Austausch während eines Rettungseinsatzes. Die DRF Luftrettung setzt deshalb auf mehrsprachige Kommunikationskarten, die sowohl in laminierter Form als auch digital auf Tablets zur Verfügung stehen. Sie ermöglichen es Patienten, Fragen auch durch einfache Gesten zu beantworten. Übersetzungs-Apps helfen zusätzlich, Sprachbarrieren zu überwinden und die Verständigung mit gehörlosen Patienten zu unterstützen.
Um die Versorgung kontinuierlich weiterzuentwickeln, nutzt die DRF Luftrettung neben Patientenbefragungen auch die Erfahrungen aus dem direkten Austausch mit Patienten und Angehörigen. Dafür steht ihnen Carsten Dummann als Patientenfürsprecher für Anliegen, Anregungen und Beschwerden zur Verfügung. In den ersten 24 Monaten erreichten ihn bereits 188 Anliegen. Die Rückmeldungen werden strukturiert erfasst und mit dem Beschwerde-management sowie dem Patientensicherheitsmanagement verknüpft. So können Hinweise und Erfahrungen in die Bewertung und Verbesserung bestehender Abläufe einfließen. Wie konkret das wirkt, zeigt eine Patientenbefragung aus dem Jahr 2024: Weil ein Teil der Befragten meldete, während des Transports zu frieren, wurde die Einführung neuer Wärmedecken vorgezogen.
Patientensicherheit als kontinuierlicher Auftrag
Das Wohl der Patienten und die stetige Verbesserung der Notfallrettung gehören seit jeher zum Selbstverständnis der DRF Luftrettung. Der direkte Austausch mit Patienten und Angehörigen ergänzt dabei ein umfassendes Sicherheits- und Qualitätsmanagement, das auf kontinuierliches Lernen, die Erkennung von Risiken und die Weiterentwicklung medizinischer und organisatorischer Prozesse ausgerichtet ist.
Dr. Jörg Braun, Geschäftsführer und Leiter Medizin der DRF Luftrettung unterstreicht: „Das Patientenwohl ist zentraler Maßstab unseres Handelns – es ist originärer Bestandteil unserer DNA. Daraus ergibt sich, dass wir auch das Qualitätsmanagement umfassender denken und nicht nur aus der Perspektive des Rettungsdienstes betrachten. Aus dem Dialog mit Patienten und ihren Angehörigen lernen wir, deren Bedürfnisse in Notsituationen noch besser zu verstehen und unsere Prozesse, wo erforderlich zu optimieren. Empathie ist eine Schlüsselkompetenz in der Notfallmedizin, die täglich Anwendung findet und bei besonders vulnerablen Gruppen wie Kindern oder Hochbetagten von besonderer Bedeutung ist.“
Dass dieser Anspruch auch über die Organisation hinaus Anerkennung findet, zeigen drei Auszeichnungen innerhalb von drei Jahren: 2024 erhielt die DRF Luftrettung den HRO-Award für Hochzuverlässigkeit in Medizin und Pflege für ihr medizinisches Safety-Managementsystem und herausragende Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit. 2025 wurde sie mit dem zweiten Platz beim Deutschen Preis für Patientensicherheit für die Übertragung eines Risiko-bewertungsverfahrens aus der Luftfahrt auf die Medizin ausgezeichnet. Der erste Platz beim Award Patientendialog 2026 ergänzt diese Erfolge um einen weiteren wichtigen Aspekt: Die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen sowie das systematische Lernen aus ihren Rückmeldungen.
Die drei Auszeichnungen stehen damit für unterschiedliche Facetten desselben Anspruchs: Die Notfallrettung im Interesse der Patienten kontinuierlich sicherer und besser zu machen.
Die DRF Luftrettung
Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Von 34 Stationen an 32 Standorten in Deutschland aus starten die Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge der gemeinnützigen Organisation zu ihren Einsätzen. Hierzu gehören Einsätze in der Notfallrettung, Verlegungsflüge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken und Rückholungen von Patientinnen und Patienten aus dem Ausland. An 13 der Hubschrauberstationen sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an einer weiteren ist die Besatzung im Tagbetrieb mit erweiterten Randzeiten einsatzbereit. An fünf Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung 36.407 Einsätze im Jahr 2025. Für den kontinuierlichen Ausbau ihrer lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Rund 400.000 Fördermitglieder weiß der DRF e.V. bereits an seiner Seite.
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