Samstag , 17. August 2019
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Was agile Unternehmen brauchen

Otto macht es, AXA macht es, SAP und immer mehr Unternehmen machen es auch. Sie alle haben sich bereits mutig vorgewagt und sind bereit, den Paradigmenwechsel trotz aller Herausforderungen zu meistern. Sie alle beschreiten den anspruchsvollen Weg der Transformation von tradierten Organisationsstrukturen hin zu einer modernen und zukunftsfähigen agile Version ihrer selbst. Und doch stellt sich die Frage: Ist Agilität der Weisheit letzter Schluss?

Fakt ist: Für den erfolgreichen Wandel in agile Strukturen sind Voraussetzungen wie ein Mindset zur eindeutigen Kundenorientierung, ein klarer Wille zur Veränderung und professionellen Tools erfolgsrelevant. Zudem wurde erkannt, dass für die Maximierung des Kundennutzens notwendigerweise auch die Mitarbeiter mit ins Boot müssen. Daraus entstand der Ansatz der mitarbeiterzentrierten Führens, sprich dass mehr Verantwortung auf Mensch und Team übertragen wird. Der wichtigste Faktor zum Gelingen sind jedoch wie so oft vor allem die richtigen Menschen am für sie richtigen Platz. Mehr denn je steigt damit auch die Relevanz bestmöglicher Teamzusammensetzungen. Ist dies bereits in klassischen Strukturen von klarem Vorteil, werden sie in agilen Strukturen und der damit wachsenden Selbstorganisation noch stärker zum elementaren Erfolgsfaktor. Und daher ist es gerade im Sinne des maximalen Kundennutzens wichtig, den bisherigen Blick auf Mitarbeiter und Teams – auch im Recruiting – zu verändern und neu zu justieren.

Doch worauf kommt es wirklich an bei einer möglichst optimalen Teamzusammensetzung und was ist der maximale Teamnutzen? Dieser entsteht, wenn Teams Gelegenheit haben zu wahrer Bestform aufzublühen, was sich in puncto Potenzialentfaltung, Arbeitszufriedenheit und schließlich in Performance und Produktivität äußert. Fakt ist: gelingen kann genau das, wenn nicht nur die Passung von Job & Mensch bei jedem Einzelnen stimmt, sondern wenn auch der Sweet Spot erreicht wird. Genau an diesem ‚Süßen Punkt‘ decken sich die Kompetenzen, die Persönlichkeit mit ihren Charakterstärken, Interessen und dem Potenzial des Rolleninhabers genau mit den Anforderungen der Rolle bzw. des Unternehmens. Nur wenn jedes einzelne Teammitglied seine individuelle Passion leben kann, kann auch das ganze Team florieren.

„Flourishing beschreibt, wie durch Stärken und Positivität Herausforderungen besser gemeistert werden und daraus Entfaltung & Wachstum entstehen kann.“

Das amerikanische VIA Institute on Character entwickelte dazu bereits vor Jahren ein interessantes Teamrollen-Modell, das sich auf die positiven Verhaltensaspekte eines Teams fokussiert und auf dem Fundament der Wissenschaft der Positiven Psychologie basiert. Beschrieben werden sieben unterschiedliche Teamrollen, die nicht nur für den Einzelnen, zum Beispiel in puncto Arbeitszufriedenheit beschrieben werden, sondern auch für Aspekte wie beispielsweise Team-Produktivität. Statt also wie bisher, meist nur auf eine einzelne Vakanz oder Rolle zu schauen und sie maximal in einen vagen Team-Kontext zu stellen, lohnt es sich, ein Team mittels Charakterstärken-Analyse auch im Recruiting strukturiert unter dem Aspekt der folgenden Teamrollen abzubilden.

Die Ideen-Entwickler. Rolleninhaber zeichnen sich vor allem durch die Charakterstärken Kreativität und Neugier aus. Sie haben ein natürliches stark ausgeprägtes Interesse und Talent, Neues zu erforschen. Sie lieben es innovative und unkonventionelle Ideen und Lösungen zu entwickeln. Ihr Mut lässt sie keine Herausforderung scheuen und gleichzeitig jede meistern.

Die Reseracher. Menschen, die für diese Rolle wie gemacht sind, haben vor allem eines: jede Menge Ausdauer. Sie blühen auf, wenn sie auf breitester Ebene alle nötigen und möglichen Informationen, Trends und Tools in einem Thema sammeln und mit Bedacht die besten davon selektieren können.

Die Entscheidungsträger. Das Besondere an Menschen, die diese Rolle innehaben, sind ihre Charakterstärken Aufrichtigkeit und Mut. Nach Abwägen und Einordnen aller Informationen treffen sie bestmögliche Entscheidungen und sind in dem was sie sagen wie auch in ihrem Tun authentisch und integer.

Die Implementierer. Nach jeder Entscheidung folgt die Umsetzung. Dafür braucht es echte Pragmatiker, die sich durch Charakterstärken wie Aufrichtigkeit und Ausdauer auszeichnen. Gleichermaßen stark sind sie in puncto Selbstregulation, denn sie gehen stets diszipliniert und zielgerichtet vor.

Die Influencer. Projekt- oder Arbeitsergebnisse werden idealerweise von den Influencern in einem Team intern wie extern kommuniziert. Ihnen fällt es durch ihre Stärke Soziale Intelligenz einerseits leicht mit Menschen in unterschiedlichen Settings zu kommunizieren und emotional stets den richtigen Ton zu finden.

Die Energizer. Jedes Team braucht seinen Energizer. Menschen, die über die Charakterstärken Freundlichkeit, Bindungsfähigkeit und Enthusiasmus verfügen, finden sich in dieser Rolle auf ideale Weise wieder. Gibt man ihnen die Chance, ganz sich selbst zu sein, färbt ihre Begeisterung auch auf die Teamkollegen ab.

Die Beziehungsmanager. Diese Rolle lebt von der Aufgabe, das Team als Ganzes zusammen zu halten und dabei die Individualität des Einzelnen fair zu berücksichtigen. Rolleninhaber verfügen daher über ein hohes Maß an sozialer Intelligenz, Fairness und Freundlichkeit und sind wahre Beziehungskünstler

Die oben beschriebenen Teamrollen dürfen nicht als ‚Typisierung‘ respektive Typen verstanden und interpretiert werden, sondern vielmehr als die Beschreibung positiver Eigenschaften für die jeweilige Rolle, die Charakterstärken. Somit ist es auch möglich, dass eine Person mehrere Rollen einnimmt. Studienergebnisse belegen, dass Personen, die ihre Charakterstärken in ihrer Rolle und innerhalb ihres Teams bestmöglich anwenden können, deutlich zufriedener und produktiver sind und das positiv auf den Teamerfolg ausstrahlt. In diesem Kontext stehen die Chancen für die agile Transformation, wie auch für das Entstehen einer Flourishing Organization wirklich gut.

Quelle: Brigitte Herrmann

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