Montag , 26. Juli 2021

Frankreich: Solarenergiemarkt in Gefahr – Rückwirkende Kürzung von Einspeisevergütungen

2021-06-29-Einspeiseverguetungen
Bild von adege auf Pixabay.

In Deutschland und den Niederlanden sorgten Gerichte für einen Zwang der Regierungen für konkretere Klimaschutzplanungen. In Frankreich ist aktuell ein komplett gegenläufiger Trend zu erkennen. Die Regierung streicht rückwirkend massiv an den Einspeisevergütungen bei den Produzenten von Solarenergie.

Der Interessenverband „Solidarité Renouvelables“ wendet sich an die Öffentlichkeit

Der Interessenverband „Solidarité Renouvelables“ reagiert aktuell auf die Pläne von der Commission de Régulation de l’Energie, die die Einspeisevergütungen unterhalb eines ökonomisch akzeptablen Mindestmaß herabzusetzen. Die Solidarité Renouvelables wendete sich nun an die Öffentlichkeit. Sie sieht die bisher gesteckten Klimaziele (Klimaneutral bis 2050) als gefährdet.

Auch Deutscher Photovoltaik Betreiber und Investoren betroffen!

Leonidas Management aus dem fränkischen Kalchenreuth ist von den Maßnahmen der französichen Commission ebenfalls betroffen. Leonidas ist ebenfalls Mitglied des Interessenverbands Solidarité Renouvelables. Das Unternehmen betreibt über 20 Solarprojekte in Frankreich.

Antje Grieseler, Gründerin und Geschäftsführerin der Leonidas Management GmbH, ist entsprechend enttäuscht vor der aktuell geplanten Umsetzung der Gesetzesänderung und sagt der Redaktion von Business-Echo.de:

„Die Kürzungen sind in einer Höhe geplant, dass die betroffenen Solarprojekte damit nicht überleben könnten, obwohl Ziel des Gesetzestextes sein sollte, die Renditen nur zu verringern.“

Grieseler kennt ihre Planungszahlen und weiß auch, dass es bei einer Photovoltaikanlage nicht nur mit der Erstfinanzierung getan ist. Auch nach der Erstellung einer neuen Anlage kommen noch zahlreiche Wartungsarbeiten und entsprechender Betriebskosten auf die Anlagenbetreiber zu. Wenn nun fest eingeplante Einspeisevergütungen zu einem Worst-Case Szenario mutieren, dann muss bei der Wartung der Anlage gespart werden, um überhaupt noch wirtschaftlich agieren zu können.

„Bestehende Projekte werden in den kommenden 8-10 Jahren technisch verfallen, da keine Ersatzinvestitionen vorgenommen werden können. Massive Arbeitsplatzverluste (z.B. bei Wartungsfirmen) & hohe Kapitalverluste privater Investoren und finanzierender Banken werden die Folge sein.“, so Antje Grieseler im Gespräch mit Sven Oliver Rüsche, Business-Echo Redakteur.

Die bisher gesetzten Klimaziele 2030 können bei der aktuellen Umsetzung der rückwirkenden Kürzungen nicht mehr erreicht werden, entsprechend negativ ist die Stimmung bei der Solidarité Renouvelables. In Ihrer Pressemitteilung geben sie ihren Unmut wie folgt bekannt:

“Als Unternehmer und Hersteller von Solarenergie in allen französischen Regionen sprechen wir im Namen dieser Landwirte, die sich der Umwelt– und Energiewende verschrieben haben, und den Gemeinden, die sich entschieden haben, ihren Bürgern umweltfreundlicheren Strom anzubieten, für diejenigen, die das Risiko eingegangen sind, selbst diese Energien der Zukunft zu produzieren: Es geht nicht nur um Zahlen oder die Anzahl der Verträge, sondern auch um das Scheitern der ganzen Energiewende …”, so der Interessenverband in seiner Veröffentlichung.

Es scheint so, dass in Frankreich die Pariser Klimaziele in manchen Bereichen aus den Augen verloren wurden. In Deutschland gibt es seitens der Politik zahlreiche Lippenbekenntnisse, die Pariser Ziele zu erreichen, auf zielführenden Handlungen bleibt allerdings noch zu warten. Immer wieder steht die Bürokratie den Investoren und Machern der Energiewende im Weg.

In Frankreich gibt es zahlreiche Investoren in den erneuerbaren Energien, die bereits viel investiert hatten. Bei der Photovoltaik sollen nun bereits installierte Anlagen “kaputtgerechnet” werden. Das führt dann in Zukunft in eine Sackgasse. Welcher Investor will dann noch in einem Land investieren, wenn nach Gutherrenart einfach bestehende Gesetze im Nachhinein zum Ungunsten der Wirtschaft verschlechtert werden? Es bleibt abzuwarten, ob die Commission de Régulation de l’Energie noch zurückrudert und merkt, was sie aktuell anrichtet!

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