Sonntag , 25. September 2022
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Energiepreisbelastung: Der Mittelstand braucht mehr Unterstützung

Auf der heutigen Klausurtagung des Bundeskabinetts auf Schloss Meseberg waren Entlastungen für den Mittelstand aufgrund explodierender Energiepreise ein zentrales Thema. Doch es gibt keine klaren Anzeichen dafür, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) demnächst spürbar entlastet werden. In einer Blitzumfrage des Deutschen Mittelstands-Bunds (DMB) bescheinigen 95% der befragten Unternehmen der Bundesregierung eine mangelhafte bis ungenügende Entlastung für den Mittelstand. Dieser leidet erheblich unter den Energiekosten und ruft mehrheitlich nach Steuerentlastungen.

„Die aktuellen Umfrageergebnisse zusammen mit den vielen Gesprächen, die wir mit Unternehmen und Selbständigen aus allen Branchen führen, lassen zusehends erkennen, dass der Mittelstand stark unter den Energiepreisen leidet. Das Vertrauen in die wirtschaftliche Krisenkompetenz der Bundesregierung schwindet und insbesondere KMU fühlen sich von der Politik alleine gelassen“, sagt Marc S. Tenbieg, Geschäftsführender Vorstand des DMB. Rund 73% der befragten DMB-Mitgliedsunternehmen gaben an, von den derzeitigen Energiepreisen stark bis sehr stark belastet zu sein. Zudem geht aus der Blitzumfrage hervor, dass 48% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den letzten zwei Monaten in starkem bis sehr starkem Ausmaß mit Gehaltsforderungen aus der Belegschaft konfrontiert wurden. Tenbieg dazu: „Die Antworten der Unternehmen zeigen klar, dass die hohen Energiepreise in den meisten Betrieben längst für akute wirtschaftliche Probleme sorgen und inflationsbegründete hohe Lohnforderungen zu einer Lohn-Preis-Spirale führen können, die die Krise in den Unternehmen nur noch mehr verstärken würde. Die konjunkturelle Erholung rückt dann noch mehr in weite Ferne.“ Die Frage nach dem Geschäftsausblick für die kommenden sechs Monate beantworteten 32% der Unternehmen mit „schlecht“, 10% sogar mit „existenzbedrohend“.

Der Mittelstand braucht dringend mehr Hilfe von der Bundesregierung

Viele Unternehmen sind, entgegen allen politischen Aussagen zum Trotz, von den bisherigen Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung enttäuscht. „Wir haben unsere Mitgliedsunternehmen danach gefragt, wie sie die bisherigen Entlastungen bewerten. Dabei antworteten 95% mit ‚ungenügend‘ oder ‚mangelhaft‘. Damit stellt der mit Abstand größte Teil der Befragten der Ampel in Sachen Entlastung ein verheerendes Zeugnis aus“, sagt Marc Tenbieg und hofft darauf, dass in der Bundesregierung die richtigen Schlüsse aus diesen Ergebnissen gezogen werden. Tenbieg dazu: „Der Mittelstand muss jetzt dringend mehr unterstützt werden, damit er nicht zu einem Insolvenzfall wird. Wenn es dazu kommen sollte, dass im dritten Entlastungspaket der Mittelstand zum dritten Mal vergessen wird, dann ist das kein Zufall mehr, sondern politisch gewollt. Privathaushalte zu entlasten ist richtig und wichtig. Unternehmen müssen aber in der Lage sein, neben wichtigen Zukunftsinvestitionen, auch noch die Gehälter und Löhne der Beschäftigten zu zahlen. Es muss sich schnell etwas ändern!“

Einen Hinweis darauf was sich ändern sollte, liefern die Befragten ebenfalls: 76% fordern Steuerentlastungen für Unternehmen, gefolgt von 59%, die für einen Gaspreisdeckel appellieren. Rund 52% sind für die schnelle Abschaffung der kalten Progression. Immerhin in diesem Punkt scheint sich die Ampelkoalition zu bewegen und wird dies voraussichtlich in Kürze verabschieden.

Quelle: Deutscher Mittelstands-Bund (DMB) e.V.

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