Dienstag , 20. April 2021
Newsticker

Zeitarbeit erleichtert die Rekrutierung von Akademikern

Inzwischen gibt es 4.500 Zeitarbeitsfirmen in Deutschland – mit mittlerweile 650.000 Zeitarbeitern. Das Modell boomt. Doch bisher eher im gering qualifizierten Bereich, Hochschulabsolventen hingegen meiden Zeitarbeitsfirmen. Gerade mal zehn Prozent sind Akademiker. Zu Recht? Oder ist Zeitarbeit gerade für Uni-Abgänger eine gute Option?

Soziale Absicherung

Zeitarbeitsfirmen müssen um ein besseres Image teilweise schwer kämpfen. Der Hauptgrund ist hier der vermeintlich arbeitsrechtsfreie Raum, in dem sich die Zeitarbeiter befänden. Dabei handelt es sich jedoch um ein Vorurteil! Denn Zeitarbeiter erhalten von ihrer Zeitarbeitsfirma in der Regel einen unbefristeten Vertrag und genießen sämtliche arbeitsrechtlichen Errungenschaften, wie beispielsweise Urlaubsanspruch, Kündigungsschutz oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Sie sind damit den Angestellten in einem herkömmlichen Unternehmen gleichgestellt.

Unbefristeter Vertrag statt Bewerbungsmarathon

Bildquelle: Fotolia.com – © alphaspirit

Zum Ende des Studiums stellen sind junge Menschen oft die Frage nach dem passenden Start ins Berufsleben. Dann geht er los, der Ansturm auf die üblichen Verdächtigen – auf die Konzerne, die Sicherheit und lukrative Arbeitsbedingungen versprechen. Hochschulabsolventen verschicken dutzende Bewerbungen und stellen sich einer Vielzahl von Bewerbungsgesprächen. Wesentlich einfacher gestaltet sich der Einstieg bei einer Zeitarbeitsfirma. Zumal das Interesse an Akademikern besonders groß ist. Denn indem der Arbeitsmarkt immer flexibler wird und Projektarbeit zunehmend den Arbeitsalltag bestimmt, gewinnen hoch qualifizierte Arbeitskräfte gerade für den Sektor Zeitarbeit an Attraktivität. Insbesondere Arbeitskräfte aus den Fachbereichen Informatik, Ingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften sind gefragt. Mit einer passenden Zusatzqualifizierung können sich aber auch Fachkräfte aus anderen Studienrichtungen gute Karrierechancen erarbeiten.

Eine Win-Win-Situation für alle Seiten: Während das Unternehmen auf konjunkturell bedingte Schwankungen flexibel reagieren kann, genießt der Arbeitnehmer Schutz bei Rationalisierungsmaßnahmen. Da er seinen Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma und nicht mit dem Unternehmen geschlossen hat, ist er von betriebsbedingten Kündigungen nicht betroffen.

Netzwerk wächst

Zeitarbeit hat noch einen Trumpf auf der Hand: Der Berufseinsteiger ist in verschiedenen Unternehmen tätig. Dadurch sammelt er nicht nur unterschiedlichste berufliche Erfahrungen. Er hat zudem die Chance, ein großes und vielversprechendes Netzwerk aufzubauen. Akademiker unter den Zeitarbeitern werden häufig mehrere Jahre in Folge von einem Unternehmen für verschiedene Projekte engagiert.

Und immerhin 30 Prozent der Leiharbeiter werden von den jeweiligen Unternehmen übernommen. Die Zeitarbeit in Darmstadt beispielsweise profitiert von gut ausgebildeten Absolventen der Technischen Universität. Sie legt großen Wert auf einen guten Einstieg ihrer Mitarbeiter und darauf, dass diese bestenfalls von den jeweiligen Unternehmen übernommen werden. Dadurch “verlieren” sie zwar gute Leute, aber der Werbeeffekt ist immens.

Wer öfter den Job wechselt, lernt mehr

Qualifizierte Zeitarbeit ist vor allem für Berufseinsteiger wie Akademiker oder Young Professionals geeignet. Und während in manchen Personalabteilungen häufige Jobwechsel nicht gern gesehen sind, raten die Experten in der Tat dazu, beruflich öfter mal was Neues zu wagen.

Zudem unterscheidet sich die Bezahlung der studierten Zeitarbeitskräfte kaum vom durchschnittlichen Gehalt einer Festanstellung.

Und: Potentielle Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber sollten sich im Vorfeld stets informieren, welche Zeitarbeitsfirmen in ihrem angestrebten Beruf bzw. in ihrer Branche bereits einen guten Namen haben.

[borlabs-cookie id="matomo" type="cookie"] [/borlabs-cookie] [borlabs-cookie id="facebook" type="cookie"] [/borlabs-cookie] JavaScript 1 2 3 4