Montag , 24. September 2018
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Warum der Mensch der Maschine bei der Finanzplanung überlegen ist

Frankfurt/Main – Immer öfter übernehmen Computer das Kommando. So auch bei der Geldanlage. Digitale Anlageberater, sogenannte Robo-Advisor, entscheiden für Privatanleger, wie sie ihr Vermögen aufteilen und wie viel Geld sie in Aktien und Anleihen investieren sollen. Doch auf die jeweiligen Bedürfnisse, Wünsche und Ziele des Anlegers gehen sie oft unzureichend ein beziehungsweise können es wegen der Konstruktionsweise auch gar nicht. „Nur die qualifizierte Finanzplanung aus Fleisch und Blut ist in der Lage, den Anleger individuell und maßgeschneidert zu beraten”, sagt Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB). Gut aufgehoben sind Anleger mit qualifizierten Experten wie den vom FPSB zertifizierten CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professionals. Sie haben das Gesamtportfolio und die individuelle Situation des Anlegers im Blick und können so genau beraten, was sich jeweils am besten eignet.

Der Trend der digitalen Vermögensverwaltung ist nicht aufzuhalten. Immer mehr Menschen vertrauen den Robo-Advisor ihr Geld an. In Deutschland hat nun der erste Anbieter die Marke von einer Milliarde verwaltetem Vermögen geknackt. Die auf Algorithmen basierten Programme entscheiden nicht nur, wann ge- und verkauft wird, sondern auch, in welche Produkte das Geld fließt. Dieser Ansatz mag manche Vorteile haben, denn die Kosten sinken und Maschinen lassen sich nicht von Emotionen in die Irre leiten.

Doch die Robo-Advisors bieten nur sehr standardisierte Lösungen. „In der Regel erlauben die Programme nur wenige Risikoprofile, für die dann ein vordefiniertes Fondsportfolio ausgewählt wird”, erläutert Tilmes, der neben seiner Vorstandstätigkeit auch wissenschaftlicher Leiter des PFI Private Finance Institute / EBS Finanzakademie der EBS Business School, Oestrich-Winkel, ist.

Für die Betrachtung der gesamten Vermögenssituation mit verschiedenen Anlagezielen sind die digitalen Berater nicht ausgelegt. Für Tilmes ist das ein großes Versäumnis. Denn nur durch eine persönliche Beratung können mögliche Widersprüche identifiziert und eine passgenaue Anlagestrategie entwickelt werden. „Eine professionelle Finanzplanung ist immer ganzheitlich und sollte daher alle Facetten der wirtschaftlichen Situation eines Verbrauchers beziehungsweise Anlegers, also alle Finanzströme und Vermögenspositionen, berücksichtigen”, erläutert Tilmes.

Dass viele Anleger hierzulande Zweifel haben, zeigt auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov. Demnach misstrauen zwei von drei Verbrauchern hierzulande digitaler Beratung. Lediglich etwa jeder Zehnte hat keinerlei Vorbehalte gegenüber einer rein digitalen Beratung zum Beispiel durch einen Robo-Advisor.

Ganz verteufeln will der FPSB-Vorstand die digitale Konkurrenz allerdings nicht. „Für Anleger zum Beispiel, die nur eine geringe Anlagesumme zur Verfügung haben, kann es wegen der Einfachheit und der meist niedrigen Kosten durchaus als Einstieg interessant sein, das eine oder andere Fintech-Angebot zu nutzen”, sagt Tilmes. Sobald es aber komplexer wird, stoßen Roboter-Berater an ihre Grenzen. „Allein die Ermittlung der Risikotoleranz per elektronischem Fragebogen durch den Robo-Advisor kann die vertrauliche Diskussion zwischen Berater und Kunden über das Ergebnis der Risikotragfähigkeit und dessen Konsequenzen nach unserer Erfahrung nicht ersetzen.” Mangelnde finanzielle Allgemeinbildung und Unkenntnis der angemessenen persönlichen Risikoeinschätzung führen bei der Ermittlung der Risikotoleranz zu Fehleinschätzungen.

Hinzu kommt: Für sich genommen kann eine Entscheidung für eine Geldanlage oder Versicherung zwar gut und sinnvoll sein. Maßgeblich ist aber auch die Tatsache, ob sie dies im Zusammenhang mit dem gesamten Vermögen, der Einkommens- und Familiensituation sowie der Ziele für die Zukunft auch langfristig bleibt. „Investitionsentscheidungen, die heute getroffen werden, müssen nachhaltig sein und auch in der Zukunft in das Gesamtkonzept der Vermögensplanung passen”, verdeutlicht Tilmes. Eine Beratung mit einem Höchstmaß an Qualität betrachtet all diese Komponenten und berät ganzheitlich und nachhaltig zur individuellen Kundensituation, die sehr komplex sein kann.

Der Kunde steht im Vordergrund

Effektive Unterstützung leisten die vom FPSB zertifizierten CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professionals. Die qualifizierten und unabhängigen Zertifikatsträger helfen Sparern und Anlegern dabei, Licht ins Dunkel zu bringen. Hinzu kommt, dass die Professionals längst auch die Möglichkeiten der modernen Finanztechnologie nutzen. Mit Hilfe von Analysetools untersuchen die Professionals die vorhandenen Depots auf Stärken und Schwächen. Der Anleger erhält dann statt einer Anlage von der Stange einen auf ihn individuell zugeschnittenen Anlagevorschlag, der seinen Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht wird. Und der erfahrende Berater wird im Gegensatz zum Computer auch mal „Nein” sagen und von einem Investment abraten, wenn er erkennt, dass die Wünsche nicht zum realen Leben des Kunden passen. Und vielleicht kombiniert die Finanzplanung am Ende sogar digitale Vermögensverwaltungsangebote mit anderen Produkten, um neben den Kundenzielen auch die Kosten im Blick zu behalten.

Für eine gut durchdachte und langfristige Finanzplanung ist es wichtig, dass unabhängige CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professionals immer das Kundeninteresse bzw. den Kunden selbst in den Vordergrund stellen und dazu verpflichtet sind, nach strengen ethischen Standards, den Standesregeln des FPSB, vorzugehen. Zudem genießen CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professionals die anerkannt beste Ausbildung und müssen laufend an Weiterschulungsmaßnahmen teilnehmen.

Quelle: FPSB Deutschland

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